Die Wallfahrt, die keine sein sollte

von | 12.Jul.2020 | Pferdewallfahrt

Früh ließ das Bistum Erfurt verlautbaren, dass 2020 keine Wallfahrten stattfinden würden. Wer dennoch anlässlich des Hochfestes Mariä Heimsuchung zur 1. Wallfahrt nach Etzelsbach kam, erlebte viel Vertrautes. Die Autos parkten in Reihen abgestellt auf den Wiesen. Der Wallfahrtsplatz war bis zu seinen Begrenzungen mit Pilgern gefüllt. Allerdings hielten sie mehr Abstand als sonst und zur Orientierung waren auf dem grünen Rasen weiße Linien zu sehen. Natürlich waren auch Pferde da. Während des Gottesdienst machten sie mit ihrem Wiehern auf sich aufmerksam, so dass selbst der Festprediger auf sie eingehen musste. Ein Pferdefreund aus Geismar brachte diesmal stellvertretend ein selbst geschnitztes Holzpferd mit. Es war das erste Mal seit 1984, dass er ohne seine lebendigen Vierbeiner hier war. Er freute sich dennoch, mit dem Holzpferd dabei zu sein.
Vor dem Wallfahrtsplatz wurde ein neues Ergänzungsblatt für das Wallfahrtsbüchlein verteilt. Es enthielt Gebete und Lieder, die speziell für die Corona-Pandemie zusammengestellt und zur Herz-Mariä-Bruderschaft gebetet wurden.

Als die Wallfahrt begann, zogen sechs Priester und Benediktinerpater Elmar Salmann aus Gerleve zum Altar vor die Wallfahrtskapelle. Der weit gereiste Pater war Hauptzelebrant und Festprediger. Viele Jahre lehrte er Philosophie und Systematische Theologie an den Päpstlichen Universitäten Sant’ Anselmo und Gregoriana in Rom. Er meinte schmunzelnd, dass ihn die Natur und die Stimmung in Etzelsbach an Italien erinnere. Tatsächlich war wunderbares Wallfahrtswetter.
Der als humorvoll beschriebene Prediger stellte gleich zu Beginn seiner Predigt klar, das das Christentum ein Fest der Freude sei, ein Fest über die Geburt Christi. Die Freude, die bei der Geburt eines jeden Menschen entsteht, wenn er in eine Gemeinschaft hineingeboren wird, die dürfen wir auch am Ende unseres Lebens erwarten, wenn wir, wie durch einen engen Geburtskanal, in die Gemeinschaft Gottes eintreten.
Zum Schluss lernte der Prediger aus Westfahlen einen echten Eichsfelder Feldgiecker kennen. Er wurde von Pfarrer Stubenitzky unter Beifall überreicht. Als der Gast zugab, dass er die Wustspezialität nicht kenne, bekam er Hinweise für den richtigen Verzehr.
Richtig anders als bei bisherigen Wallfahrten war lediglich, dass die beliebte Pferdesegnung ausfiel. Dafür wurden stellvertretend zwei Pferde mit Weihwasser besprengt. Die anderen warteten geduldig auf der angrenzenden Wiese.
Und noch eine Besonderheit gab es: Pfarrer Eberhardt Jacob verabschiedete Monsignore Franz-Xaver Stubenitzky als zuständigen Wallfahrtspfarrer. Er, der schon so viele Feldgieker hier in Etzelsbach verteile, bekam nun verbunden mit herzlichen Dankesworten selbst einen geschenkt.

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